Wenn Wege sich kreuzen - Vorwort
Man könnte es mit einer Jagd vergleichen, allerdings meist ohne grosse Vorbereitungen. Ein Stift und ein Stück Papier genügt, wenn es hoch kommt noch eine dieser kleinen Digital-Kameras. Äussere Bedingungen wie Kälte, Hitze, Trockenheit, Nässe, Dunkelheit etc. spielen eine gewisse Rolle, sind aber nicht entscheidend. Wie auf einer Jagd muss man hingegen warten können, manchmal endlos, bis der richtige Moment kommt, dann aber ist meist schnelles Handeln gefragt.

Erfolg und Misserfolg liegen oft sehr nahe beieinander. Erfolg wird dabei dokumentiert durch den hinterlassenen Schriftzug der gesuchten Persönlichkeit. Aber auch der kurze Blickkontakt gehört dazu, der sich immer wieder tief einprägt, vielleicht die paar Worte, die gewechselt werden. In Einzelfällen kommt es zuweilen zu einer Begegnung ohne Schriftzug, manchmal auch zu einem Schriftzug ohne Blickkontakt.

Eine spezielle Kategorie stellen Spontan-Begegnungen dar, also die völlig unerwartete Begegnung mit einer bekannten Person. Beispielsweise in einem Bahnhof, beim Warten auf einen Zug oder in einem Café sitzend. Auch da ist schnelles Handeln angezeigt, meist aber vor allem eine diplomatische Annäherung.

Schreibt die „Zielperson“ ihren Namen auf eine persönliche Visitenkarte, eine Speisekarte oder in ein Veranstaltungsprogramm, vielleicht sogar mit einer zusätzlichen Bemerkung, statt auf eine leere Karte oder in ein Buch, so ergibt sich manchmal gar ein unverwechselbares Einzelstück mit kostbarem Erinnerungswert.

Der grösste Erfolg ist jedoch, wenn zuweilen eine Geschichte entsteht, eine Geschichte mit und über Persönlichkeiten, zusammen mit der jeweiligen Umgebung und Stimmung. Und es ist besonders faszinierend, sich in diese Geschichte „einflechten“ zu können, daran teilzuhaben, wenn sie aufgeschrieben sind.

Ja, es geht um Autogramme, genauer: Live-Autogramme, wie, wo und unter welchen Umständen meinem Onkel dies auch immer gelingt. Er tut dies mit gutem Humor, bisweilen bissigem Witz und genauer Beobachtung. Ich geniesse Zeile für Zeile! Das wünsche ich dem Leser auch!

Ernst J. Jaberg auf seinem Pilgerweg 2011 nach Santiage de Compostela